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Samstag, 25. April 2015

Weinhandel

Diese Woche gab es eine Neueröffnung in Pfäffikon. Ein Besuch des Mövenpick Weinkellers drängte sich auf. Kleine Randbemerkung: Nachdem das Mövenpick Restaurant leider letztes Jahr dicht machte. Der neueingerichtete Laden war nicht überlaufen, dafür hatte es noch reichlich Parkplätze (lieber so als umgekehrt).
Herzlich wurden wir begrüsst und Herr Arnold stellte sich uns auch gleich persönlich vor. Der Geschäftsführer informierte uns auch gleich stolz, dass er 950 verschiedene Weine anbieten kann. Ich war beeindruckt und beschloss gleich, mich in den kommenden Jahren nicht durch das Sortiment zu degustieren.
Noch fehlten die Schilder mit den Fahnen der jeweiligen Länder. Die werden erst in der kommenden Woche geliefert. Das schmälerte allerdings den Entdeckerdrang auf dem Gang durch die Gestelle überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Auch die Portweinabteilung bietet eine Interessante Auswahl. Ein einziger Wermutstropfen hinterliess die Whiskeyauswahl. Da ist die Breite des Sortiments leider meilenweit hinter dem Mövenpick Weinkeller Food Market Jelmoli. Na ja, auf hohem Niveau gemeckert,  ein The Glenrothes 1995 ist auf jeden Fall dabei.

Schlussendlich habe ich drei Flaschen zu Degustationszwecken gefunden, die fein säuberlich verpackt worden sind. Trotz aller Geschenke, die es aufgrund der Eröffnung gab, fand Frau Bäumli für alles noch im kleinen Papiersack einen Platz. Die Atmosphäre ist gemütlich, der Services sehr präsent, aber nicht aufdringlich. Das könnte in Pfäffikon Erfolg haben. Mich werden sie wiedersehen.

Samstag, 29. Juni 2013

Trockenmauer

Mir sind bei meinem Ausflug zum Chappeli die neueren und älteren Trockenmauern aufgefallen. Das sieht wunderschön aus. Der Zufall will's, dass diese Tage an den Mauern gearbeitet wurde. Ich vermute, die Herren (ich habe zumindest keine Dame gesehen) waren nicht unglücklich, dass der Sommer sich von seiner zurückhaltenden Seite zeigte.
Weshalb werden Trockenmauern im Zeitalter des Betons (günstig, schnell) noch neu gebaut? Ein kleiner Ausflug: Ursprünglich tauchten die Trockenmauern in verschiedenen Bereichen auf, unter anderem auch bei Rebgütern. Konzentrieren wir uns auf diese. Durch die Terassierung steiler Hänge konnten auch an nicht optimalen Lagen Reben erfolgreich angepflanzt werden. (Das erinnert mich an die Ausflüge ins Burgund. Ja, bei diesen sanften Hügeln braucht's eigentlich keine Trockenmauern. Doch um auch die etwas ungünstigeren Lagen mit Reben zu bepflanzen und den Profit zu optimieren, finden sie sich sogar dort.) Ganz so flach und nach Süden ist das Leutschengut nicht ausgereicht, das erklärt warum es hier Trockenmauern gibt. Weshalb sie noch neu gebaut werden, scheint der Langfristigkeit geschuldet. Die Trockenmaurer (wenn's den Beruf überhaupt gibt und er so heissen würde) meinten, dass so eine Mauer hundert Jahre halten. Ich wurde noch auf ein anderes Argument aufmerksam gemacht: die Trockenmauern bieten vielen Pflanzen und Tieren ein Zuhause (Eidechsen habe ich keine gesehen).
Also nochmals die Erklärung kurz zusammengefasst, warum Trockenmauern noch gebaut werden: langlebig (der Ökonom hat Freude dran), umweltfreundlich (der Ökologe sowie Pflanzen- und Tierwelt  haben auch Freude dran) und schön. Und warum sie mir noch gefallen: Es gibt lokalen Wein gleich von nebenan.
Um den Unterhalt der Trockenmauern im Leutschengut kümmert sich übrigens der Weinbauverein Leutschen und Umgebung.



Samstag, 15. Juni 2013

Chappeli

Chappeli
Der Sommer ist nun auch in Freienbach angekommen. Da kommt Freude auf. Warten wir ab, wie lange es dauert, bis sich alle wieder über die angeblich unerträgliche Hitze beschweren. Ehrlich gesagt, war ich diese Woche auch schon in Versuchung gekommen. Auf einer Zugfahrt nach Olten in einem nicht klimatisierten Zug. Ich konnte mich noch zurückhalten.
Bei mir um's Eck liegt das Leutschengut. Da gibt es ein Restaurant, ein Rebgut und einen Reblehrpfad. "Das Rebgut ist ein Arbeitsplatz" erläutert eine freundliche Tafel des Klosters Einsiedeln. Und seit den 1950er Jahren eine kleine Kapelle, das "Stocker-Chappeli" (die Verbindung Kloster zu Wein ist also naheliegend). Auf Initiative der Familie Balz Stocker-Helbling wurde die kleine Kapelle erbaut, vom damaligen Abt Benno Gut (ja, toller Name und nochmals ja, der von Einsiedeln) eingeweiht und bisher auf finanziell durch die Familie Stocker unterhalten. Nun soll das ein Verein übernehmen. Sinnvoll. Die Gründung steht nächste Woche an. Gründungspräsident wird der alt Rebmeister sein. Das klingt ganz sympatisch. Die Aussicht vom Chappeli ist nicht schlecht. Es bietet sich eine gute Sicht über das Weingut, direkte Sicht auf den Etzel sowie Teile des Zürichsees. Ja, eine tolle Gegend bietet sich hier um mich herum. Der Ausflug erinnert mich an die Flasche Wein von diesem Rebgut, die noch unprobiert in meinem Weinkeller lagert. Da gibt es noch was zu tun, ich freue mich.



Samstag, 11. Mai 2013

April im Mai?

Genau, wenn nichts los ist, mach' ich das wie die Engländer: über's Wetter gibt es immer etwas zu sagen. Das Wetter macht, was es will. An Auffahrt gab's Besuch und ich bereitete die Küche vor. Als dann noch etwas Zeit übrig blieb, zog mich das sonnige Wetter nach draussen, da meine Bürokollegen mich bereits am Mittwoch vor schlechtem Wetter warnten. Da mein Besuch etwas zu früh in Freienbach an, mussten sie vor verschlossener Türe auf mich warten, bis ich von meinem Sonnenspaziergang zurückkehrte; die Damen bereits im Schatten, so warm war es. Sorry nochmals. Habe mich zur Zufriedenheit aller mit englischer (Vorspeise) und indischer (Hauptspeise) Küche versucht. Auch der Wein ist gut angekommen trotz seines relativ hohen Alters. Bis und mit Vorspeise konnten wir sogar meinen Balkon nutzen, der doch um einiges grösser ist, als er auf den ersten Blick aussieht. Und ja, sogar die Sonenstoren waren im Einsatz.
Das war's dann wohl mit schönem Wetter. Viele haben die Gelegenheit genutzt und zwischen Auffahrt (klar, ist das hier auch ein Feiertag) und dem Wochenende darauf einen zusätzlichen Freitag eingeschaltet. Für mich war das Arbeiten am Freitag ziemlich in Ordnung. Es gab morgens wenig Verkehrt, es regnete in Strömen und drinnen war's schön trocken. Hingegen auf dem Nachhauseweg waren die Strassen wieder voll, Freizeitverkehr nehme ich an. Mittlerweile ist Samstag und nun wird das Wetter langsam langweilig. Die Aussichten sind konstant, sprich nochmals langweilig. Ich schaue mir nochmals die Bilder vom Donnerstag an und hoffe, dass es bald wieder schön wird.



Samstag, 9. März 2013

Ausflug in den Nachbarkanton

Praktisch
Wie cool können denn Getränkehalter im Auto sein? Als Erstes kommen mir dabei immer die übergrossen Cola-Becher in den Sinn, aber das muss nicht sein: Diese Halter eignen sich auch hervorragend für 3/8 Literflaschen. Nein, da war kein Alkohol am Steuer. Das war ein Mitbringsel. Das Foto aus dem Handgelenk ist leider (oder zum Glück) so überbelichtet, dass es nicht möglich ist, zu erahnen, was in den Flaschen drin ist.
Mein Mitbringsel habe ich ins schönen Glarnerland gebracht. Mein Grosi lebt da und freut sich immer riesig, wenn wir uns wieder sehen. Sie hat mich dann zu Kaffee und Kuchen eingeladen und mir alle Neuigkeiten erzählt. Ihr ist auch aufgefallen, dass ich immer noch ein SG-Nummerschild habe. Dabei hat sie mich wie ein kleiner Spitzbube angeschaut und verschmitzt gelacht.
Das Wetter war an diesem Nachmittag in dieser Gegend nicht gerade berauschend, somit gibt's ein paar Photos aus der Gegend, wo mein Grosi lange gelebt hat. Das hat die eine oder andere Kindheitserinnerung wieder belebt. Und ja, das Glarnerland ist auch bei diesem Wetter einfach schön.
Nachtrag: Die Nachbarkantone sind übrigens Glarus, Luzern, Nidwalden, St. Gallen, Uri, Zürich und Zug.

Freitag, 22. Februar 2013

Masters

Hauptsache Wein ;-)
Als Einstimmung um einen Weinhändler mit lokalem Wein aufzusuchen, schaute ich, ob denn die beiden bekanntesten Herren der schweizerischen Weinszene etwas zu dem Thema anbieten. Leider nein. Da herrscht gähnende Leere. Siehe hier und hier, beziehungsweise eben nicht.
Heute meine ich mit lokalem Wein insbesondere den der Halbinsel Au (mein Burgunder-Altglas muss als Symbolbild herhalten), da mir dieser noch aus meinem letzten Ausflug im Hinterkopf geblieben ist.
Zufälligerweise bin ich auf die offizielle Website des berühmten Instituts gelangt, auf dessen Ruhm die beiden Herren aufbauen. Ratet mal, wo die meisten Experten herkommen. Von den insgesamt 297 Masters of Wine (Stand Februar 2013), kommen 187 aus dem Vereinigten Königreich, 30 aus den Vereinigten Staaten von Amerika, alle weiteren Nationen sind deutlich abgeschlagen. Eine Vereinigung von Vereinigten. Erstere lassen sich aus der Herkunft des Instituts erklären. Gegründet wurde es 1953 als Non-Profit-Organisation mit Sitz in London (heute 24 Fitzroy Square, noble Adresse), um durch eine fachliche Zusatzausbildung die Qualifikation von Mitarbeitern im britischen Weinhandel zu fördern. Bei den Übersee-Kollegen vermute ich mal, dass die Sprache und der Mangel an vergleichbaren Ausbildungen geholfen haben, den Zuwachs hoch zu treiben.

Da die mir bekannten klassischen Weinländer wie Frankreich und Italien nicht wirklich viele Masters of Wine haben, machte mich das stutzig. Hallo, liebe Festland-Europa-Weinländer, wieso seid ihr da (fast) nicht dabei? Keine Masters of Wine?

Ein kurzer Ausflug in die Statistik: Nach kurzer Recherche fand ich folgende Konsumstatistik der WHO gut versteckt in Appendix III. Ich dachte mir, dass die grossen Weintrinker auch grosse Weinproduzenten sind, und daher auch viele Weine bewerten, vergleichen und "mastern" lassen wollen. Das nahm ich als ersten Anhaltspunkt. Kurz zusammengestellt hier die Favoriten:
Gemessen wurde der Weinkonsum pro Kopf im Jahre 2005 aller über fünfzehnjährigen in Litern reinen Alkohols.
Neuere Statistiken weisen etwas andere Strukturen auf. Ein Beispiel hier. Da scheinen die Vereinigten (also Königreich und Staaten von Amerika) tatsächlich aufzuholen. Ob die Briten andere Getränke verdrängen oder einfach noch zusätzlich mehr Wein trinken, lasse ich hier unkommentiert.

Der Zusammenhang zwischen Trinkern und Produzenten lässt sich nicht direkt zeigen, aber immerhin erahnen. Ich bin da auf eine ganz tolle Website gestossen, die allen Spielern der Statistik sicher Freude bereitet. Aber bei den Hauptverdächtigen besteht eine Korrelation auf jeden Fall. Man vergleiche die Graphiken. Ein Korrelation zur Anzahl der Masters of Wine lässt sich nicht herstellen.

Es handelt sich hier um die produzierte Menge in Tonnen.
Ausflug beendet, kein hilfreicher Zusammenhang aus den Daten, zurück zum Thema: Wieso gibt es in den beiden Ländern diese vielen, vielen Master of Wine? Vielleicht zur Qualitätskontrolle, da es sich nicht um klassischen Weinbaugebiete handelt - wenn man Kalifornien als die Regel bestätigende Ausnahme betrachtet - und die Angelsachsen in den letzten sechzig Jahren noch viel zum Thema Wein lernen mussten? Oder lässt sich der Titel, der übrigens als "MW" hinter den Namen gehört, in diesen Ländern besonders gut zu Geld machen - wobei hier die Schweiz vielleicht wieder eine Ausnahme wäre?
Auf jeden Fall hilft's hinsichtlich den Weinen der Halbinsel Au nicht weiter. Aber falls jemand noch ein "MW" hinter seinen Namen stellen will... die nächsten Prüfungstermine sind vom 11. bis 14. Juni 2013.