Donnerstag, 29. Januar 2015

Luegeten

Diesen Monat besuchten wir für ein familiäres festliches Nachtessen das Restaurant Luegeten, welches am Pilgerweg zwischen Pfäffikon und Einsiedeln (bzw. Santiago de Compostela) liegt. Das Restaurant ist übrigens ein Partnerbetrieb des Restaurants Rathaus.
Das Essen war wirklich gut. Zur Vorspeise wählte ich eine geräucherte Entenbrust. Mit einem klassischen Kalbsgeschnetzelten nach Zürcher Art kann es einem nicht schlecht gehen.
Die Lage oberhalb von Pfäffikon ist ausgezeichnet und bietet eine wunderbare Aussicht über den Zürichsee nach Rapperswil. Einzig die üppige Gartenbeleuchtung störte etwas beim Blick in die Ferne. Nach jedem Gang und jeder Flasche Wein überprüften wir, wie weit das Schiff Panta Rhei auf dem See vorangekommen ist (die dank eigener üppiger Beleuchtung nicht zu übersehen war). Zusätzlich zum grossen Parkplatz (da wird wohl im Sommer noch deutlich mehr los sein) gibt es direkt vor dem Restaurant eine Haltestelle (ca. zehn Minuten bis zum Bahnhof Pfäffikon). Der Weinkeller ist fast ein Showroom, wirkt aber glücklicherweise gar nicht protzig. Aber die schöne Lage und das schöne Restaurant wären nicht so toll ohne die Freundlichkeit der Mitarbeitenden. Wir fühlten uns innert wenigen Augenblicken fast so wohl wie zuhause.

Montag, 27. Oktober 2014

Herbstmärt

Der Herbstmärt Freyebach ist ein wichtiger Event für alle Freienbacher. Er ist ein Schmelzpunkt zu- und weggezogener Freienbacher. Hier werden Freunde aus vergangenen Tagen wiedergetroffen und alte Geschichten ausgetauscht. Das scheint mir die Hauptfunktion des Herbstmärts zu sein. Viele lokale Vereine engagieren sich und ermöglichen eine gute Stimmung, vom FC Freienbach Frauen-Team über den Männerchor Pfäffikon am Etzel bis zur Feuerwehr Freienbach. Ganz interessant war auch die dichte Präsenz politischer Parteien, deren Ballone an fast allen Kinderwägen zu finden waren und die vermutlich nach Farbe ausgewählt wurden (ich glaube nicht an eine rot-grüne Koalition in Freienbach).
Alles ist schön geregelt. Der Herbstmärt Freyebach findet jeweils am 3. Samstag im Oktober statt. Das stellt sicher, dass keiner den Termin verpasst. Der Leutschenring, das ist der Ortsverein von Freienbach,  kümmert sich und organisiert den "Herbschtmärt", der nun zum 35. Mal stattfand. Auch die Standzuteilung ist klar geregelt und wird sogar vorbildlich zur Verfügung gestellt. Der Herbsmärt dauert nur einen Tag, was für die Grösse sehr gut passt. Durchdacht ist die Öffnungszeit, sie dauert von 10:00 bis 18:00 Uhr, was grössere Lärmklagen von Anfang an verhindert.
Kurz nach dem Mittag habe ich mich auf den Weg zu einer ersten Bratwurst gemacht, interessante Stände gesehen und mit einigen Bekannten geschwatzt. Auf dem Weg zur Wurst habe ich mir einen drei Jahre lang gereiften Hartkäse aufschwatzen lassen, der zwar sehr gut ist, aber nur gut verpackt in meinen Kühlschrank darf. Sehr geruchsintensiv, sage ich da nur. Abends auf dem Nachhauseweg von einem kleinen Ausflug nach Rapperswil war nochmals ein Rundgang durch den eigentlich bereits beendeten Herbstmärt auf dem Programm. Das ist der Zeitpunkt, um über Preise zu verhandeln. Die meisten Marktfrauen (und -Männer) waren fleissig am Aufräumen und auch im Bierzelt war der Andrang nicht mehr ganz so gross.





Freitag, 19. September 2014

Potential

Jetzt ist mir doch tatsächlich Gebhard Kirchgässner zuvor gekommen (Artikel). Na ja, ich habe das Thema auch lange hinausgeschoben. Spannend ist's trotzdem.

Es geht um den Neuen Finanzausgleich (NFA), der seit 2008 in Kraft ist. Eine interessante Übersicht findet sich hier. Ganz kurz. Ziele des NFA sind: "Minderung der kantonalen Unterschiede in der Versorgung mit öffentlichen Gütern und in der Steuerbelastung sowie Steigerung der Effizienz der staatlichen Leistungserbringung." Momentan gehören neun Kantone zu den Beitragszahler, siebzehn zu den Beitragsempfängern.

Die beiden Kantone, die relativ (d.h. pro Einwohner) am meisten einzahlen sind die Kantone Schwyz und Zug. Sie haben beide mit stark steigenden Beiträgen pro Einwohner zu kämpfen (SZ: in 2008 CHF 360, in 2011 CHF 608, in 2014 CHF 1024; ZG: in 2008 CHF 1718, in 2011 CHF 2214; in 2014 CHF 2500). Die Daten sind hier verfügbar. Aufgrund der sehr schnellen Steigerung sind die Finanzen der betroffenen Kantone ins Ungleichgewicht geraten und diese Kantone wollen das System anpassen. Mögliche Anpassungen finden sich im Positionspapier der Geberkantone sowie in der Standesinitiative.  Das wird einige Politiker wohl noch etwas weiter beschäftigen (z.B. den Regierungsrat des Kantons Schwyz mit seiner Stellungnahme zum Wirksamkeitsbericht 2012-2015).

Grundlage für die Berechnung ist das Ressourcenpotential (im Fach-Chinesisch auch "aggregierte Steuerbemessungsgrundlage (ASG)" genannt). Das Ressourcenpotential beinhaltet die steuerbaren Einkommen und Vermögen natürlicher Personen sowie die Gewinne juristischer Personen. Das Ressourcenpotential pro Einwohner des jeweiligen Kantons wird dann ins Verhältnis zum Ressourcenpotential pro Einwohner des Landes gesetzt. Somit haben wir den Ressourcenindex.

Für mich nicht erklärbar ist der riesige Unterschied im Ressourcenpotential einzelner Kantone. Die Zahlen von 2014 zeigen ein doppelt so hohes Ressourcenpotential im Kanton Schwyz verglichen mit Bern (nebenbei bemerkt, der grösster Empfänger in absoluten Beiträgen). Wie kann es sein, dass die Schwyzer mehr als doppelt so viel Ressourcen (d.h. steuerbares Einkommen und Vermögen) generieren und anhäufen konnten? Natürlich haben die Firmen hier einen nicht zu unterschätzenden Einfluss (wenn auch ich noch keine konkreten Zahlen gesucht habe), aber auch Bern bietet tausenden Staat- (und staatsnahen) Angestellten verschiedenste Arbeitgeber (natürlich auch viele steuerbefreite international tätige, z.B. ca. 120 Staaten unterhalten in Bern eine Vertretung). Auf jeden Fall ist mir die Berechnung des Ressourcenpotentials etwas verständlicher geworden. Potential ist auf jeden Fall vorhanden.

Zum Vergleich ein paar Informationen.
SZ 2010: steuerbares Einkommen ca. CHF 6.9 Milliarden
steuerbares Vermögen ca. CHF 71.5 Milliarden
steuerbarer Gewinn ca. CHF 1.1 Milliarde
steuerbares Kapital ca. CHF 30.5 Milliarden
massgebende Wohnbevölkerung: 136'615

BE 2010: steuerbares Einkommen ca. CHF 26 Milliarden
steuerbares Vermögen ca. CHF 145.2 Milliarden
steuerbarer Gewinn: nicht gefunden (alternativ: Beträge Kantonssteuer 0.438 Milliarden)
steuerbares Kapital: nicht gefunden (alternativ: 0.017 Milliarden)
massgebende Wohnbevölkerung: 964'016

Freitag, 15. August 2014

Angekommen

Die zahlreichen Feiertage (siehe hier) bringen mich nicht mehr aus dem Konzept. Geschlossene Einkaufsläden, habe ich im Griff. Da bin ich vorbereitet. Mittlerweile versuche ich bereits die Shoppingexkursionen stautechnisch vorherzusehen. Das geschieht, wenn unser Nachbarkanton wie gewohnt weiterarbeitet und die Einwohner des Kantons Schwyz zu Unterhaltung und Shopping anlockt. Da fühle ich mich feiertags-technisch doch schon richtig einheimisch und im Kanton Schwyz angekommen. Mit diesem angeeigneten Wissen und Verhalten ist mir natürlich sofort aufgefallen, dass auf der unten abgebildeten Abholungseinladung (wer hat denn dieses Wort erfunden?) etwas nicht ganz korrekt ist. An Mariä Himmelfahrt hat meine Poststelle in Freienbach nämlich geschlossen.

wird gebeten… abzuholen

Sonntag, 3. August 2014

Böötle

Ach, was gibt es Schöneres, als einen gemütlichen Spaziergang mit anschliessender Fahrt auf dem See, um das Festen des Vorabends auszukurieren? Doch von vorne. In Basel findet das grosse Feuerwerk zum Nationalfeiertag jeweils in der Nacht auf den 1. August statt. Diese Idee finde ich sehr clever. Das erlaubt das Ausschlafen für alle, auch wenn der Feiertag nicht auf einen Freitag oder Samstag fällt. Zusammen mit ca. 110'000 anderen Besuchern haben wir das grosse Feuerwerk angeschaut. Aufgrund der grossen Regenmengen in den letzten Wochen und des daraus resultierenden hohen Wasserstandes des Rheins, wurde das Feuerwerk nur von einem Boot auf dem Rhein, anstatt von normalerweise zwei Booten, abgefeuert. Die Sich von der Schifflände aus war ausgezeichnet. Bedenken, dass uns ein Schild im Weg stehen würde, wurden mit den ersten hochschiessenden Raketen weggewischt. Das Spekatal dauerte circa 23 Minuten und war einfach gigantisch. Meine Highlights waren farbwechselnde Raketen, zweifarbige Kreise und natürlich die Raketen mit Stroboskop-Effekt.
Als Gegenstück an diesem Wochenende gab es zur Entspannung einen kurzen Spaziergang. Aufgrund spontaner Planung wurde er sogar noch kürzer, da wir ansonsten das Boot nicht mehr erreicht hätten. Gemütlich nahmen wir die S-Bahn von Freienbach nach Wädenswil, um dann entspannt bei warmen Temperaturen und häufigem Sonnenschein auf die Halbinsel Au zu Spazieren. Der Weg am See entlang wirkt aufgrund des Hochwassers noch näher am See als sonst (fast schon nass, haha).
Natürlich wollten wir nicht irgendein Boot erreichen. Wir warteten auf das Dampfschiff "Stadt Zürich". Nachdem wir auf dem hinteren Teil des Boots, da gibt es aufgrund der Bauweise nur wenige Plätze, einen Sitzplatz gefunden hatten, konnte die entspannte Fahrt beginnen. Bei einer Apfelschorle (leider gab's keinen Cidre) genossen wir die Fahrt nach Rapperswil und Pfäffikon. Die Atmosphäre auf den Dampfschiffen ist irgendwie immer noch einen Tick spezieller als auf den motorisierten Booten. Nicht alles ist automatisiert, die Passagiere unterschieden sich auch (vielleicht mehr Leute, die das bewusst machen), das Rumpeln… einfach speziell.
In Pfäffikon wird zur Zeit mit bzw. gegen das Seegras gekämpft. Angeblich sei der milde Winter Schuld an der rasanten Ausbreitung. Die Bilder erinnerten mich an Italien vor zwanzig Jahren. Allerdings wurde in Pfäffikon in der letzten Woche schon viel gegen das Seegras getan und dennoch finden sich noch Berge von Seegras. Na ja, am Schwimmen hindert es niemanden.



Mittwoch, 9. Juli 2014

Badi

Seebad Freienbach
Eine erfreuliche Überraschung sind die Eintrittspreise der öffentlichen See-Badis in der Gemeinde Freienbach: sind komplett gratis. Tatsächlich, so was gibt's noch. Mir sind hier folgende drei See-Badis bekannt: Bäch (sehr klein, aber zum Glück etwas abgelegen und daher meist ausreichend), Freienbach (gleich um's Eck von mir, mittelgross, leider Parkplätze in Gehdistanz und daher oft an Wochenenden überfüllt) und Pfäffikon (relativ gross).
Nur einige hundert Meter von mir zuhause entfernt ist das Seebad Freienbach. Zwei äusserst zuvorkommende Damen bedienen den Kiosk mit einer unglaublichen Auswahl. Verhungert ist das sicherlich noch keiner. Unter der Woche treffen sich auch einige Ausflügler und Rentner zum Mittagessen in der Badi. Die Arbeiter, welche gerade in der Gegend zu tun haben, tauchen um diese Zeit oft auch mit einem Plastiksack mit Verpflegung aus dem Spar auf und setzen sich an den See.
Die Anlage an sich ist hervorragend ausgestattet und gepflegt. Beispielsweise stehen Dusche, Einstiegstreppen, Badeinseln mit und ohne Sprungbrett, sowie eine kleine Nichtschwimmer-Zone zur Verfügung. Sehr charmant ist auch, dass sich die einheimischen Enten und Schwäne nur äusserst minimal durch die Badegäste beeindrucken lassen. Schlafende Enten bewegen sich erst fort, wenn man sich ihnen näher als auf zwei Meter nähert. Mir gefällt's hier.


Montag, 9. Juni 2014

Sommer

Der Sommer ist angekommen. Und das mit grossen Wucht. Eindeutige Kennzeichen: Die Temperaturen gehen über 30 Grad, die Badi ist gut gefüllt und der See scheint wieder mit Booten überflutet. Zusätzlich steigt die Lust auf den Klassiker unter den Sommerdinks: Pimm's.
Sogar ich habe es in den Zürichsee geschafft, das erste Mal in diesem Jahr (bei einer Wassertemperatur von 21,1 °C  gemessen heute um 12:00 am Mythenquai durch das Polizeidepartement der Stadt Zürich!?). Mir ist keine weitere Messstation für die Wassertemperatur in der näheren Umgebung bekannt. Na ja, so gross wird der Unterschied zu den Zürcherischen Wassertemperaturen hier nicht sein.
Auf jeden Fall ist die Abkühlung willkommen. Leider nur hält sie nicht allzu lange an. Und nochmals hinein. Auch die Dialoge in der Badi sind herrlich: Der Kleine: "Glacé, jetzt und sofort!" Die Mutter: "Um Vier gibt's Glacé." Der Vater: "Wenn Du noch einmal nach Glacé frägst, gibt's heute keines mehr!"
Zu den Temperaturen: das sind genau solche Tage, an denen ich das Wort "Klimaanlage" nicht mehr aus meinem Kopf kriege. Na ja, die paar wenigen "Tropennächte" (d.h. Nächte, in denen die niedrigste Lufttemperatur nicht unter 20 °C fällt, gemessen in zwei Metern Höhe) im Jahr rechtfertigen diesen energetischen Unsinn dann doch nicht.
Gestern zog es mich noch nach Rapperswil an den See, aber heute ist mir das eindeutig zu warm.